Aktuelles

25.07.2011,

Hirnforschung

Born to learn 2

„Wow, ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dich hier zu sehen! Was für eine Überraschung!“                  

„Hallo Jean! Ich habe gehört, du bist immer noch so besessen von Gehirnen?“                                              
„So könnte man es sagen. Ich bin Kognitionswissenschaftlerin, nur ein anderes Wort dafür, dass ich untersuche, wie Menschen lernen.“                                                                                                                
„Wow, genau das mache ich auch!“                                                                                                                   „Wirklich?“                                                                                                                                                               
„Naja, so etwas in der Art. Ich bin Lehrer.“                                                                                                                      
„Du? Ein Lehrer? Nichts für ungut, aber hast du nicht die Schule abgebrochen?“
„Richtig. Das Beste, was ich je gemacht habe.“                                                                                                           
„Erklär mir das bitte.“                                                                                                                                 
„Ach komm schon, du weißt doch, wie die Schule war. Total langweilig! Ich habe die Schule geschmissen, weil ich meine Zeit nicht mit Dingen verschwenden wollte, die mir nichts bedeutet haben. Ich hatte wichtigeres zu tun! Ich wollte einfach nur daraus und frei sein. Tun und lassen, was ich wollte.“                                                                                                                                              
„Und das war was?“
„Ach, du weißt schon... Dinge.“
„Ich verstehe. Und wie lange hast du diese „Dinge“ gemacht?“
„Ich hätte das für immer tun können. Wahrscheinlich würde ich heute noch zuhause rumhängen, wenn mein Großvater nicht gewesen wäre.“
„Dein Großvater?“
„Ja. Eines Tages, ich sitze da, tue … „Dinge“, und plötzlich ist er da! Vor dem Haus, mit einer alten, stark demolierten Harley. Und er sagt: „Repariere sie und bringe sie bis zu deinem 16. Geburtstag zum laufen. Dann schenke ich sie dir und werde die Versicherung bezahlen! Alles, was ich dir dazu gebe, ist dieses Handbuch.“
„Wow. Und, was hast du gemacht?“
„Was denkst du denn, was ich gemacht habe? Ich hab mich an die Arbeit gemacht! Ich habe das Handbuch gelesen, die Werkzeuge von meinem Vater geholt, einen Mechaniker aus der Gegend dazu gebracht, mir ein paar Dinge beizubringen, bin zur Bibliothek gelaufen und habe mir Bücher über Motoren geholt; und endlich habe ich in etwa verstanden, worum es bei all dem ging. Und ich habe Freunde mit eingebunden, indem ich ihnen Gratis Spritztouren versprochen habe, wenn die Kiste wieder läuft.“
„Also das finde ich wirklich klasse! Das ist genau das, was wir Wissenschaftler als „Im „Rausch“ sein“ bezeichnen. Studien zeigen, dass wir einfach nichts lernen können, zu dem wir emotional keine Bindung haben. Und da bist du, mit 15 Jahren, und bekommst eine wahre Herausforderung! Und du wächst daran, weil es dir wirklich etwas bedeutet...“
„Um ehrlich zu sein, Alles, was mich interessiert hat, war, die Kiste bis zu meinem Geburtstag zum laufen zu bringen.“
„Und, hast du es geschafft?“
„Oh ja, das war ein Geburtstag, den ich nie vergessen werde. An diesem Tag war ich „Easy Rider“. Aber das war nicht alles. Mein Großvater hatte mir nicht nur das Motorrad geschenkt, er hatte auch meine Leidenschaft zum Lernen wiederbelebt . Mein 16. Geburtstag war der Tag, an dem ich wahrhaftig „frei“ geworden bin.“
„Und was hast du dann gemacht?“
„Ich bin zurück zur Schule gegangen, dann zur Uni, habe mich qualifiziert und jetzt bin ich Lehrer.“
„Warte mal, das verstehe ich einfach nicht! Wieso bist du Lehrer geworden, wenn du Schule so gehasst hast?“
„Eben weil ich Schule so gehasst habe! Weißt du, der Unterricht, den ich gebe, ist nicht so wie der, den wir früher hatten.“
„Ach nein? Warum das nicht?“
„Ich meinem Unterricht lernen die Kinder auf eine Art und Weise, die für sie sinnvoll ist.“
„Weißt du, Konfuzius hat einmal etwas Vergleichbares gesagt:
„Sag es mir, und ich vergesse es.
  Zeig es mir, und ich erinnere es.                                                                                                                                      
Lass es mich tun, und ich verstehe es.“
„Genau das ist es! Dann wusste Konfuzius es also schon vor so vielen Jahren. Und Wissenschaftler wissen es dann schon … wie lange?“
„Ehm, 25 Jahre?“
„Wenn das der Fall ist, wieso werden dann immer noch die meisten Kinder auf eine so unglaublich langweilige Art und Weise unterrichtet?“
„Also auf DIE Frage hätte ich aber auch gerne eine Antwort. Vielleicht müssen wir einfach weiterhin versuchen, die Nachricht zu verbreiten.“
„Genau! Wie wäre es denn, wenn wir einfach unser Gespräch aufnehmen, damit wir es ins Internet stellen können oder so?“
„Na das wäre doch mal ein Anfang.“


Übersetzt von M.Sagebiel/ 9.Klasse!!!!!
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